Leben auf dem Campus
Ein fester Rahmen und sehr viel Freiheit – so könnte man den Alltag in Wiedenest beschreiben: es gibt einen Stundenplan, von 8:00 bis 12:40 Uhr. Und für diejenigen, die auf dem Gelände wohnen wollen, gibt es feste Essenszeiten. Alles andere entscheidet jeder selbst. Neben den Lern- und Hausaufgaben und dem Engagement in einer lokalen Gemeinde verbringen wir Internen auch viel Zeit mit unseren „Nachbarn“ im Wohnheim, sei es bei Filmabenden, Noodle-Parties (asiatische 4-Minuten-Nudelpackungen) oder einfach nur im Gespräch mit- und Gebet füreinander.
Optimal ist die Sporthalle direkt vor unserem Wohnheim, so dass fast jeder etwas für den persönlichen Ausgleich findet: Tischtennis, Volleyball, Fußball, Badminton usw. Und wem das zu eng ist, der hat fürs Joggen und Wandern unbegrenzt Berg und Wald direkt hinter der Schule zur Verfügung.

Das intensive Zusammenleben auf dem Gelände hat natürlich auch seine Herausforderungen: Im Streit um z.B. schmutzige Duschen und nächtlichen Lärm lernen wir, miteinander zu reden und rücksichtsvoll zu leben. Eigentlich ist das auch eine Art „geistliche Schule“. Letztlich geht es bei allem Lernen ja um Menschen – Menschen, mit denen wir zusammen arbeiten werden, denen wir in Gottes Auftrag dienen wollen. It’s about people.
Ulrich Gomer
Leben außerhalb
Als „etwas älteres Semester“ bin ich schon sehr lange gewohnt, für mich allein zu leben. Deshalb habe ich mir außerhalb der Biblisch-Theologischen Akademie eine Wohnung gesucht. Das bringt Vorteile, aber auch Nachteile. Der Vorteil ist, ich habe etwas Abstand zum Schulbetrieb. Außerdem bin ich unabhängig von den Regeln eines Internatsbetriebes. Meine Mitschüler genießen es, einen Abend in meinem Garten zu sitzen oder bei mir etwas gemeinsam zu kochen. Der Nachteil ist, dass ich mich viel stärker selbst um Kontakte zu Mitschülern bemühen muß. Da ich nicht mehr in Fußgängerentfernung zur Schule wohne, sondern 15 Autominuten entfernt, kommt kaum jemand spontan bei mir vorbei. Da muß ich schon gezielt einladen oder selber Besuche machen. Trotzdem fühle ich mich in die Schulgemeinschaft integriert und bin auch gerne außerhalb der Unterrichtszeiten auf dem Werksgelände, um zu lernen oder Besuche zu machen. Oft verlege ich meinen Arbeitsplatz in die Bibliothek. Die vielen Bücher inspirieren mich zum Studieren und ich muß sie nicht nach Hause tragen.
Sehr wertvolle Termine außerhalb des Unterrichts sind mir die regelmäßigen Treffen mit meiner Gebetspartnerin, die Gespräche mit Freunden und verschiedene Lern- und Arbeitsgruppen.
Ute Gieske


