Ist Forum Wiedenest bibeltreu? Mit welcher Begründung lassen wir denn z.B. katholische Referenten bei uns sprechen?

Die Bibel ist für uns Mitarbeiter bei Forum Wiedenest Gottes Wort und höchste Autorität.

Die Bibel ist auch im Raum der katholischen Kirche Gottes Wort mit höchster Autorität. Zu dieser Autorität kommt die Autorität der Tradition, also der Beschlüsse der Kirche zu verschiedenen Lehren im Laufe der Kirchengeschichte. Forum Wiedenest lehnt diese Lehren der historischen Kirchen nicht pauschal ab: Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes, der Beschluss zum Kanon des Neuen Testamentes oder die Lehre über die doppelte Natur Jesu Christi etwa sind auch für uns verbindlich, obwohl sie teilweise nur indirekt aus der Bibel ableitbar sind. Wir können das apostolische Glaubensbekenntnis mit sprechen, das im vierten Jahrhundert entstanden ist. Allerdings gibt es eine Reihe von katholischen Lehren, die wir bei Forum Wiedenest weder vertreten noch bejahen.

Bibeltreue bedeutet für uns, dass sich alle Lehren und Traditionen immer wieder neu am Wort Gottes messen lassen müssen. Bibeltreue heißt für uns, dass die Bibel als inspiriertes Wort Gottes vertrauenswürdig ist. Sie ist vom Heiligen Geist inspiriert (2 Timotheus 3, 16) und spricht auch heute in unser Leben hinein. Sie ermutigt, Gott zu vertrauen und uns auf seinen Anspruch einzulassen. Sie ist wirksam und kräftig (Römer 1, 16-17) und wird vom Heiligen Geist gebraucht, unsere Herzen zu verändern (Hebräer 4, 12). An ihr muss sich selbst die Lehre der Kirche messen lassen, auch die Beschlüsse der EKD, jede Predigt und jede Prophetie.

Für unser Verhältnis zur Katholischen Kirche bedeutet das, dass wir keine institutionelle Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche suchen und auch keine theologische Annäherung betreiben. Wir freuen uns über jede Bewegung und jeden Theologen in der katholischen Kirche, denen Jesus alles bedeutet und die ihn erkennen, wie ihn die Bibel bezeugt. Von dieser Kirche als Institution unterscheiden uns jedoch unser Kirchenverständnis, unser Verständnis von Maria, der Mutter Jesu, unser Verständnis von der Bedeutung des Abendmahls und der Taufe und einige andere Punkte. Deshalb ist eine institutionelle Annäherung von Forum Wiedenest an die katholische Kirche weder gewollt noch in Zukunft beabsichtigt.

Warum aber dürfen dann zum Beispiel Katholiken wie Johannes Hartl bei Veranstaltungen von Forum Wiedenest auftreten und Vorträge halten?

Forum Wiedenest gibt einem katholischen Theologen wie Johannes Hartl deshalb Raum zu sprechen, weil er deutlich bibelbezogen ist. Es ist ein großartiges Geschenk an die Christen, wenn Brüder oder Schwestern so eindrücklich und von der Bibel her über die Schönheit und Majestät Gottes, über Ehrfurcht vor Gott und das Gebet sprechen können - und das auch im persönlichen Leben intensiv umsetzen! Doch wir nehmen uns die Freiheit, Grenzen zu setzen: So lehrt spricht Johannes Hartl bei Forum Wiedenest nicht über die katholische Kirche und wirbt natürlich nicht dafür, sondern hält als begabter Prediger und sich zu Jesus Christus bekennender Nachfolger einen Vortrag.

Wieso aber darf jemand über ein Thema sprechen, wenn er nicht in allen seinen Glaubensüberzeugungen unserer Meinung ist?

Johannes Hartl ist ja immer noch Katholik und glaubt einige Dinge nicht so, wie wir bei Forum Wiedenest das tun. Wieso darf er dann bei uns sprechen?

  1. Wir gehen davon aus, dass keine Bewegung und kein Lehrer "vollkommen" ist in seinem Verständnis von Gottes Wort, der Bibel. Das begründen wir z.B. mit 1.Korinther 13,9-12, wo Paulus deutlich macht, dass es keine vollkommene Erkenntnis gibt, sondern immer nur eine teilweise. Die Bibel selbst ist natürlich vollkommen, gar keine Frage. Aber unser Verstehen ist es nicht.
  2. Wir akzeptieren keine Lehren, die das Evangelium von Jesus Christus falsch darstellen. Dazu gehörten im ersten Jahrhundert sowohl gesetzliche Lehren wie auch synkretistische, also religionsvermischende. In seinem Video „Freundliche Antwort an Michael Kotsch und Abdul Memra“ betont Johannes Hartl, dass er gerettet ist durch Bekehrung zu und Glauben an Jesus allein. Das ist Evangelium. Wir würden auch keine Sprecher aus protestantisch-konservativen Gemeinden einladen, wenn sie durch Neigung zu Gesetzlichkeit das Evangelium verdunkeln.

Drei Dinge aber müssen als Basis erfüllt sein, damit wir jemanden als Sprecher zu Konferenzen einladen: 

  1. Gottes Wort, die Bibel, muss für ihn letzte Autorität sein. 
  2. Jesus Christus, wie ihn die Bibel bezeugt, muss für ihn die Mitte von allem sein, auch von seinem persönlichen Leben. 
  3. Der Heilige Geist muss sein Herz für Gott und Menschen, für Mission und Liebe schlagen lassen. 

Wenn wir diese drei Merkmale entdecken, dann können wir mit Meinungsverschiedenheiten in anderen Bereichen leben, solange nicht aktiv für irgendwelche Sonderlehren geworben wird.

 

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