Ohne Spenden in die Mission?

Alternative Finanzierungsmodelle für Langzeiteinsätze in der Weltmission


Benjamin Carstens
Referent für Südamerika und Pakistan

Ein Business im Ausland gründen? BAM ist ein ganzheitlicher missionarischer Ansatz. Schon seit vielen Jahren beobachten wir im Bereich Weltweite Mission den Trend, dass Missionare immer weniger Spenden direkt von ihren sendenden Gemeinden bekommen und dafür mehr aus ihrem Freundeskreis. Die Entwicklung scheint aber auch in die Richtung zu gehen, dass es in Zukunft schwieriger und nicht leichter werden wird, genug Unterstützung zu finden, um einen Langzeiteinsatz in der Mission zu machen. Wir glauben, dass die Finanzierung von Missionaren über Spenden ein großer Segen ist und auch in Zukunft nötig sein wird. Gleichzeitig gibt es aber andere Möglichkeiten, wie Langzeiteinsätze finanziert oder teilfinanziert werden können.

 

Zeltmacher

Zeltmacher sind Christen mit missionarischer Motivation, die im Kontext von säkularer Beschäftigung oder Studium in anderen Kulturen tätig sind. Der Begriff geht auf den Apostel Paulus zurück, der viele Missionsreisen unternahm, aber auch auf den Reisen in seinem Beruf als Zeltmacher Geld verdiente (Apostelgeschichte 18,3) und so nicht darauf angewiesen war, dass alle seine Ausgaben spendenfinanziert sein mussten. Oft gehen Missionare als Zeltmacher in Länder, in denen keine of- fene christliche Arbeit möglich ist. Inwieweit die Tätigkeit als Zeltmacher den Einsatz finanziert, hängt sehr von der Art der Arbeit und vom Lohnniveau des Einsatzlandes ab. Als Universitätsdozent stehen einem zum Beispiel viele Länder offen, in die Christen sonst kaum hineinkommen – und das Gehalt deckt in der Regel zumindest die Lebenshaltungskosten (Miete, Essen, Reisen etc.) im Einsatzland.

Business as Mission (BAM)

Eine ganz bestimmte Art, als Zeltmacher zu arbeiten, wird in den letzten Jahren unter dem Namen BAM (Business as Mission) von vielen Missionsgesellschaften aufgegriffen. Dabei geht es um den Aufbau eines Unternehmens im Ausland, welches aber nicht das Sprungbrett für Mission sein möchte, sondern eine wirtschaftlich arbeitende Firma nach christlichen Maßstäben, immer im Bewusstsein: „Mein Unternehmen ist Mission mit Reich-Gottes-Perspektive“. Es geht um einen ganzheitlichen Ansatz, sich für das Reich Gottes in der Welt zu engagieren und zugleich Menschen in ihren Bedürfnissen und Nöten zu begegnen: Durch die Gründung einer Firma kann man Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen, wichtiges Know-how vermitteln und Menschen die Möglichkeit geben, mit Christen in Kontakt zu kommen und Jesus kennenzulernen. Der Verdienst als Firmengründer reicht in der Regel mindestens für die Lebenshaltungskosten im Einsatzland.

Digitale Nomaden

Digitale Nomaden sind Menschen, die ortsunabhängig arbeiten können, weil sie für ihre Arbeit nur ihren Laptop und eine gute Internetverbindung brauchen. Weil manche von ihnen gerne den Wohnort wechseln, werden sie auch digitale Nomaden genannt. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Berufen, in denen digitale Nomaden arbeiten, neben klassischen Internetberufen (Programmierer, Webdesigner etc.) sind es viele Tätigkeiten, die mit Texten oder mit Beratung im weitesten Sinn zu tun haben, die sich dafür eignen. Die meisten digitalen Nomaden sind selbstständig und arbeiten für verschiedene Kunden, oft auf der ganzen Welt, es gibt aber auch ein paar, die fest bei einem Arbeitgeber angestellt sind, aber ortsunabhängig übers Internet arbeiten können.

Welche Vorteile bringt es mit sich, wenn Christen als digitale Nomaden in die Mission gehen?

Einer der größten Vorteile ist sicher die Finanzierung. Anders als klassische Zeltmacher sind digitale Nomaden mit ihren Einkünften nicht vom Lohnniveau in ihrem Einsatzland abhängig, weil ihre Kunden in Deutschland oder auf der ganzen Welt sind. In manchen Ländern mit geringen Lebenshaltungskosten (und das sind weltweit viele Länder) ist es je nach Tätigkeit gut möglich, als digitaler Nomade mit dem Arbeitseinsatz einer halben Stelle genug zu verdienen, um sich in der verbleibenden Zeit der Arbeit im Reich Gottes widmen zu können.

Erstmals bereitet sich zurzeit eine Frau auf einen Missionseinsatz über Forum Wiedenest vor, die ihren Einsatz komplett durch die gleichzeitige Tätigkeit als digitale Nomadin (Marketing-Beratung) finanzieren wird.

Auf sendende Gemeinden, die die weltweite Arbeit im Reich Gottes als Teil ihres Auftrags sehen und für ihre Missionare beten, wollen wir aber auch dann nicht verzichten, wenn der Einsatz anderweitig finanziert ist.

 

Berufe, in denen digitale Nomaden arbeiten können:
• Grafikdesign • Webdesign • Übersetzung • Webmaster • Buchhaltung • Content Creator • Data Scientist • Unternehmensberatung • Online-Spracheunterricht • Online-Nachhilfe • Werbetexte • Virtuelle persönliche Assistenz • Marketing- oder PR-Beratung • Lektorat • ...

 

Was passt für dich?

Könntest du dir vorstellen, in die Mission zu gehen und an Gottes Reich mitzubauen, aber du denkst, dass das auf Spendenbasis nicht funktionieren würde? Kommt es infrage, mit deinem Beruf in die Mission zu gehen? Oder bist du beruflich demnächst in einem längeren Auslandseinsatz und überlegst, wie man das mit Mission verbinden könnte? Hast du einen Beruf, den man auch übers Internet ausüben kann? Oder könntest du dir vorstellen, im Ausland ein Business zu gründen, Menschen durch Ausbildung und Arbeit zu fördern und mit dem Evangelium zu erreichen? Oder könnte ein Auslandsstudium für dich infrage kommen?

Konntest du eine der Fragen mit Ja beantworten? Dann tritt doch in Kontakt mit uns: mission@wiedenest.de oder 02261/406-123. Wir freuen uns darauf, in gemeinsamen Gesprächen zu überlegen und Gott zu fragen, wo auf der Welt dein Platz in Gottes Reich sein kann.

 


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