Ласкаво просимо до нас! Laskavo prosimo do nas!
Herzlich willkommen bei uns!

Tausende Menschen aus der Ukraine sind unterwegs – auch nach Deutschland. Sie erleben, wie ihr Land zerstört wird und ein Leben in Frieden und Freiheit dort momentan nicht mehr möglich ist. 

Angekommen in Deutschland: Wie kannst du Menschen aus der Ukraine so begegnen, dass sie sich hier zurechtfinden und zur Ruhe kommen, dass sie Liebe und Annahme spüren? Anregungen und Infos findest du hier. 

Die Informationen, die auf dieser Seite zusammengestellt sind, findest du auch in geeigneter Form in folgendem PDF-Dokument, welches gerne vervielfältigt und weitergegeben werden darf!

Angekommen – was nun?

Deutschland und andere EU-Staaten haben beschlossen, Geflüchteten aus der Ukraine schnell und unbürokratisch zu helfen. Konkrekt durch:

  • sofortigen vorübergehenden Schutz in der EU für ein bis drei Jahre
  • Aufnahme ohne aufwändiges Asylverfahren
  • medizinische Versorgung
  • Unterkunft
  • Sozialleistungen
  • Zugang zum Arbeitsmarkt gemäß nationaler Arbeitsmarktpolitik
  • Recht auf Bildung und Schulbesuch
  • Schutz für unbegleitete Kinder und Jugendliche

 

Weitere Infos und Antworten auf oft gestellte Fragen findest du hier: 


Hier findest du das Ausländeramt, das für deinen Wohnort zuständig ist: BAMF-NAvI - Behörden

LAND & KULTUR

Dos and Don'ts im Umgang mit Menschen, die geflüchtet sind

Was geht, was nicht?

DosDon'ts
Freundlich und respektvoll begegnen, Wertschätzung und Mitgefühl zeigenPolitisch polarisieren/Partei ergreifen. Situationen sind komplexer, als wir denken!
Eine wohltuende Atmosphäre und Rückzugsorte schaffenUnverständliches Verhalten verurteilen. Kulturen sind unterschiedlich!
Grundbedürfnisse stillen (Nahrung, Kleidung, Wohnmöglichkeit, dt. SIM-Karte für Handy)Menschen entmündigen, indem Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden
Nachfragen, was gebraucht wirdEnttäuschung offen zeigen, wenn ukrainische Menschen nicht die gewünschte Dankbarkeit ausdrücken oder sich zurückziehen. Sie wären gern in ihrem Land geblieben und jeder verarbeitet Not, Ängste und Unsicherheiten anders.
Geflüchtete an Aufgaben beteiligen (z. B. zusammen kochen, Ämtergänge erledigen usw.) 
Interessiert nachfragen (Familie, Leben in der Ukraine) und zuhören 
Möglichkeiten der Begegnung schaffen (z. B. Sport, Spiele, gemeinsames Essen, Musik …) 
Sich über die ukrainische Kultur und Geschichte informieren 
Einige Worte Ukrainisch lernen. Im Ausland in der Herzenssprache angesprochen zu werden, ist ein schönes Gefühl! Es schafft Vertrauen. (Alle Ukrainer verstehen allerdings auch Russisch.) Mehr dazu unter Wissenswertes 

Wissenswertes zur Ukraine und ukrainischen Kultur

10 Fakten zur Ukraine

  1. „Ukraine“ bedeutet – wenn man es wörtlich übersetzt – „Grenzland“ (ukr. ukrajina – u kraja – „am Rande“). Der Begriff bezeichnete seit dem Mittelalter die Steppengebiete nördlich des Schwarzen Meeres, die eine natürliche Grenze zwischen der islamischen und der orthodoxen Welt darstellten.
  2. Viele wichtige Handelswege zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee sowie zwischen dem Orient und Mitteleuropa verliefen durch die Ukraine. Ein richtiges Brückenland! Heute ist die Ukraine ein wichtiges Transitland.
  3. Mit 604.000 km² ist die Ukraine der flächenmäßig größte Staat auf dem europäischen Kontinent.
  4. Die zwei größten Bevölkerungsgruppen bilden Ukrainer und Russen. Darüber hinaus leben im Land ca. 110 ethnische Minderheiten.
  5. 1991 wurde Ukrainisch zur Staatssprache. Trotzdem gibt es im Land eine ukrainisch-russische Zweisprachigkeit. Viele verwenden Ukrainisch im familiären Umfeld oder im offiziellen Umgang. Von fast allen Bevölkerungsschichten wird Suržyk (wörtl. „Mehlmischung“), eine Mischsprache zwischen dem Ukrainischen und Russischen, gesprochen.
  6. Volkstümlich wird die blau-gelbe Fahne als blauer Himmel über den goldenen Weizenfeldern gedeutet. Die Gebiete im Osten und Süden der Ukraine galten wegen ihrer fruchtbaren Schwarzerdeböden schon im 19. Jh. als „Kornkammer Europas“.
  7. Es soll nirgendwo so viele Lieder geben wie in der Ukraine. Fachleute sprechen von ca. 250.000 Liedern. Die Freude der Ukrainer am Singen ist auffallend. Woher kommt das? Man sagt, dass die musikalische Ader an der unendlichen Schönheit der Natur läge.
  8. Ukrainer feiern gern und ausgiebig. Hochzeiten sowie der Jahreswechsel und das orthodoxe Weihnachtsfest sind wichtige Anlässe zum Feiern. Die ukrainische Gastfreundschaft ist sprichwörtlich und kennt keine Grenzen!
  9. Zu den Klassikern der ukrainischen Küche gehören: Holubci (Kohlrouladen), süße oder herzhafte Mlynci (gefüllte Pfannkuchen) und Pyrohy (Piroggen) sowie hausgemachte Wurst und Holodec‘ (Sülze). Besonders in ländlichen Regionen ist es durchaus üblich, diese Gerichte schon zum Frühstück zu servieren. Tee trinkt man praktisch zu jeder Mahlzeit.
  10. Die Ukraine ist ein sportbegeistertes Land. Schon immer galten Ukrainer als gute Ringer, Segler und Reiter. Fußball ist heute so etwas wie ein Nationalsport in der Ukraine.


Alle Informationen aus: KulturSchock Ukraine

Dinge, die man über die ukrainische Kultur wissen sollte

  • Als Mann reicht man einer (fremden) Ukrainerin zur Begrüßung nicht die Hand. Es gilt als unhöflich, wenn eine Frau von einem fremden Mann berührt wird. Wenn man sich kennt, reicht man sich die Hand oder begrüßt sich herzlich mit einem Kuss links und rechts auf die Wange. In Deutschland kann das allerdings durchaus anders sein.
  • Ukrainische Christen trinken meist keinen Alkohol.
  • Vereinbarte Termine oder Regeln werden etwas lockerer gesehen und gehandhabt als in der deutschen Kultur. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass man nicht immer pünktlich ist oder eine Regel eher als Empfehlung betrachtet.
  • Ukrainer lieben zum Frühstück etwas Warmes, wie z. B. Suppe oder Porridge.
  • Noch mehr Wissenswertes zu Kultur und Geschichte findest du im Buch "KulturSchock Ukraine" vom Reise Know-How Verlag: reise-know-how.de


Wenn du selbst Ukrainisch lernen willst, schau hier vorbei:


Folgende Apps sind außerdem hilfreich, wenn du kein Russisch oder Ukrainisch sprichst. Sie hören dem zu, was du sagst und geben es in Ukrainisch/Russisch wieder: 

 

Wenn du Geflüchteten beim Deutschlernen helfen möchtest, findest du hier Material:

KRIEG, FLUCHT UND TRAUMA

Aus Kriegsgebieten geflüchtete Menschen sind häufig in Körper, Seele und Geist erschüttert. Es kann sein, dass sie durch ihre Erfahrungen im Krieg und/oder auf der Flucht ein Trauma erleiden. Unter einem Trauma (griech.: Wunde) versteht man ein belastendes Ereignis oder eine Situation, die von einer Person nicht bewältigt und verarbeitet werden kann. Es entsteht eine „seelische Verletzung“. Jeder Mensch muss seinen ganz eigenen Weg finden, mit dem erlebten Elend, Leid, Verlust oder der Gewalt und den Traumatisierungen umzugehen.

Phasen einer Krise

Es hilft, die Phasen einer Krise, die sich ähnlich auch bei Traumata und in Trauerprozessen zeigen, zu verstehen. Menschen durchlaufen diese Prozesse sehr individuell. Du kannst Menschen darin unterstützen, diese Phasen zu durchleben und gut in die nächste Phase der Krisen- oder Trauma-Bewältigung zu kommen. Folgende Phasen und Schritte wurden immer wieder beobachtet:

Wie reagiert dein Gegenüber in dieser Phase?Wie kannst du unterstützen?

Reaktionen:

  • Versteinerung
  • Verleugnung der Realität und Fakten
  • Fernhalten der Wirklichkeit (etwas nicht wahrhaben wollen)
  • Schmerz und Emotionen werden abgespalten
  • oft keine Erinnerung an diese Phase im Nachhinein

Gefühle:

  • Leere
  • Unwohlsein
  • Spannung
  • Starre

Mögliche Aussagen:

  • „Das ist alles nicht wahr.“
  • „Nein, das stimmt nicht.“
  • „Ich bin im falschen Film.“
  • „Nein, das ist so nicht passiert.“

Dauer:

  • Stunden, Tage, Wochen, Monate
  • selten: Jahre
 
 
  • Zeit geben, aber nicht allein lassen
  • Dein Gegenüber einbeziehen (z. B. Mithilfe im Alltag), um die Erfahrung zu stärken: „Ich kann etwas tun und bin nicht nur Opfer!“
  • Zum kreativen Ausdruck ermutigen (Musik, Tanz, Malen, Schreiben, Gestalten …)
 
Wie reagiert dein Gegenüber in dieser Phase?Wie kannst du unterstützen?

Reaktionen: Schmerz, Verlust etc. wird wahrgenommen und darauf reagiert mit

  1. emotionaler Verdrängung und dem Versuch einer intellektuellen/kognitiven Verarbeitung (rationalisieren)
  2. rationaler Verdrängung durch Ablenkung oder Flucht in Arbeit, Süchte, Krankheit, Depression, … (verleugnen)
  3. Wut, Zorn, Lust auf Tod (rebellieren)
  4. der Suche nach dem Schuldigen, Warum-Frage (anklagen)
  5. Ängsten, Selbstzweifeln, Verzweiflung, Schuldgefühlen (resignieren)

Erkenntnis: Ich kann diese Situation/das Erlebte nicht bewältigen!

Anzeichen/Symptome:

  • emotionales Chaos
  • körperliche Unruhe (Schlafstörungen, Albträume, Infektanfälligkeit, Suizidgedanken)
  • Unwohlsein und andere körperliche Symptome, die aber nicht auf einen krankhaften körperlichen Befund zurückzuführen sind
 

Dein Gegenüber in seinem Schmerz, Widerstand und emotionalen Chaos annehmen, aushalten, „mit-leiden“

Da sein und diese Phase geduldig aushalten

Bei körperlicher Unruhe durch gesunde Ernährung, Bewegung, einen guten Alltagsrhythmus helfen
Bei Suizid-Gefahr die Person vor sich selbst schützen

Hilfe durch Arzt oder Therapeuten suchen/vermitteln

Gefahren von Sucht (Schlafmittel, Alkohol, Spielsucht) erkennen (da das Gegenüber evtl. den Schmerz betäuben oder sich vom Schmerz ablenken will) und bei Bedarf damit konfrontieren und Hilfen anbieten

Wie reagiert dein Gegenüber in dieser Phase?Wie kannst du unterstützen?

Akzeptanz: 

  • neue Situation, Umstände, Fakten werden bejaht

Integration des Erlebten/des Neuen in das bisherige Leben

  • Suche nach dem Sinn des Durchlittenen

Abschied:

  • Alte Ideale, Wünsche oder Ziele werden losgelassen.
  • neuer Umgang mit den alten Bedürfnissen
  • Bei Verlust von Menschen wird die „Funktion“ der Person erkannt und diese ersetzt mit jemand oder etwas anderem.

Verantwortung:

  • Verantwortung für eigene Gefühle und Sichtweisen wird übernommen.

Refraiming:

  • Das Positive wird erkannt, man schreibt dem Erlebten Sinn zu, entwickelt Dankbarkeit für das Neue.
 

Durch Gespräche und Angebote, 
die bei der Sinnfindung unterstützen, neue Betrachtungsweisen und Deutungen des Erlebten und der aktuellen Situation ermöglichen

Die neuen Erkenntnisse über Gott, den Menschen und die Welt zulassen

Bei Bedarf auf die Gefahr von Verbitterung hinweisen und Wege der Hoffnung aufzeigen

Wie reagiert dein Gegenüber in dieser Phase?Wie kannst du unterstützen?

Gestaltung:

  • Das Leben wird wieder aktiv gestaltet.
  • Lust auf Experimente, Erschließen neuer Lebenskontexte
  • Man sucht wieder bewusst Lebensfreude und Lebenslust.
  • Neue Lebensweisen, neue Erkenntnisse werden erprobt. (Verifikationsphase)
  • Das Leben wird wieder als lebenswert empfunden.
  • Gefühl der Erleichterung
 

Nur noch dort helfen, wo dein Gegenüber ausdrücklich darum bittet.

Gemeinsam feiern, dass dein Gegenüber wieder selbst agiert und das Leben gestaltet.

Als Helfer bewusst aus der „Helfer-Rolle“ heraustreten.

Dabei unterstützen, Vertrauen in die eigene Lebensgestaltung zu gewinnen und bei Rückschlägen weiterzugehen

Wie reagiert dein Gegenüber in dieser Phase?Wie kannst du unterstützen?
 
  • innere Versöhnung mit Tätern, Schicksalen
  • bei Christen: Annahme des Erlebten aus Gottes Hand, Frieden mit Gott finden (vgl. Josef in der Bibel: „Ihr habt es böse gemeint, der HERR hat es gut gemacht …“)
  • Neue Lebensphase wird als gute oder bessere Alternative erlebt.
  • Rückblick: Krise wird als Gewinn erkannt.
 

 


Eine Bemerkung zum Schluss: Jeder Mensch und jede Krise sowie jedes Trauma ist anders! So durchlaufen Menschen die Phasen in unterschiedlicher Geschwindigkeit, nicht immer linear, sondern oft auch in „Pendelbewegungen“ zwischen den Phasen. Verschiedene oder komplexe Erlebnisse werden nacheinander oder in einzelnen Teilen von der Seele bearbeitet, sodass immer wieder ein neuer Verarbeitungsprozess beginnt.
 

Weiterführende Hilfen

DAS EVANGELIUM TEILEN

Viele Menschen in der Ukraine sind religiös, die Mehrheit der Bevölkerung glaubt an einen Gott. Das Bedürfnis, zu einer Kirche zu gehören, ist stark, weshalb die Mitgliederzahl vieler Kirchen zuletzt immer größer wurde.
Die meisten Menschen gehören der ukrainischen orthodoxen Kirche oder der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche an.

Wenn du dich mit dem orthodoxen Glauben beschäftigst und nachfragst, was und wie Menschen aus der Ukraine glauben, ist das wertschätzend und schenkt sicherlich Anknüpfungspunkte, um über deinen Glauben an Jesus mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Wie kannst du Menschen aus der Ukraine Gottes Liebe und das Evangelium weitergeben?

  1. Lade Menschen aus der Ukraine zu dir nach Hause ein, verbringe Zeit mit ihnen und baue Vertrauen auf.
  2. Höre ihnen zu, frage nach, was sie bewegt und biete ihnen an, für sie, ihre Familie und Freunde im Kriegsgebiet und für Frieden im Land zu beten.
  3. Respektiere ihre religiösen Überzeugungen und sprich ehrlich über Erfahrungen, die du mit Jesus in deinem Leben gemacht hast.
  4. Verschenke Bibeln oder geeignete christliche Literatur in ukrainischer oder russischer Sprache oder hilf dem, der es möchte, die "You Version Bible"-App auf dem Handy zu installieren. Dort ist auch eine ukrainische Übersetzung der Bibel zu finden.
  5. Versuche, einen Übersetzer zu finden, wenn Menschen aus der Ukraine den Gottesdienst oder andere Veranstaltungen in deiner Gemeinde besuchen.


Literatur sowie Bibeln für Kinder und Erwachsene in Ukrainisch und Russisch:

Jesusfilm und andere Materialien sowie Kurse:
http://www.inyourlanguage.org/ukrainian 

The Chosen App (neuer Jesusfilm, russische Synchronisation, ukrainische Untertitel verfügbar):
Apple App Store / Google Play Store

Weitere Inhalte
Подарунок на Великдень - Emmi, das Ostergeschenk: Auf YouTube
Hoffnungspaket - Marburger Medien 
 
 

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