Hintergrund und Vision

Seit 17 Jahren gibt es die Westbahnhoffnung in Villach. Menschen, die in Not sind, sozial am Rande stehen, werden täglich (außer montags) kostenlos mit Essen, Kleidung und Betreuung versorgt. 2016 kamen über 8.000 Menschen zum Essen, es wurden ungefähr 14.000 Mahlzeiten ausgegeben. 60% Österreicherinnen und Österreicher sowie 40% Migrantinnen und Migranten unterschiedlichster Herkunft nehmen derzeit unsere Angebote in Anspruch.

Warum?

Wir glauben, dass das Ringen um soziale Gerechtigkeit ein zentrales Anliegen des Evangeliums ist. Dabei geht es nicht nur darum, Menschen etwas zu Essen oder Kleidung zu geben. Was ein Mensch viel mehr braucht, ist „Würde“. Im tiefen Bewusstsein, dass Gott auch Menschen liebt, die am Rande der Gesellschaft stehen, die nicht nur durch das Raster der leistungsorientierten Gesellschaft fallen, sondern leider auch von manchen christlichen Gemeinden abgelehnt werden, gilt es, Gottes Liebe praktisch weiterzugeben. Alkoholmissbrauch, Drogen, Gewalt und sexueller Missbrauch, gekoppelt mit tiefer Hoffnungslosigkeit und Resignation, kennzeichnen die Menschen, die uns immer wieder aufsuchen.

Hart über dem Limit: René

Erlebnisbericht von Marjan Katz

Ich kenne René seit einigen Jahren. In dieser Zeit wurde ich immer wieder Zeuge seines Alkoholmissbrauches und wie sein Körper zusehens dem Verfall preisgegeben war. Sein Rekord waren 4,2 Promille. Immer wieder hatte er Phasen, in denen er zugänglich war, geweint hat, und realisierte, welchen Weg sein Alkoholmissbrauch ihn führt.
40 Tage Vater-Unser
Ende 2015 war es besonders schlimm: Nach 40 Tagen Haftstrafe entlassen, kam er als erstes zu uns, da war er noch nüchtern. Kurz darauf verschwand er und ließ sich „volllaufen“, wie ein Hydrant. Dann stand er wieder vor unserer Tür und weinte. Er sagte zu mir: „Ich habe 40 Tage lang jeden Tag das Vater-Unser gebetet, um vom Alk loszukommen, und jetzt schau mich an.“ Es wurde dann immer schlimmer mit ihm.
Anfang 2016 war er meistens um 14.00 Uhr so betrunken, dass wir fast täglich den Rettungswagen rufen mussten, der ihn dann abholte. In all dem war er gegenüber den Sanitätern noch dermaßen aggressiv, dass ich ihn immer persönlich in den Stuhl vom Krankenwagen heben musste - oder durfte?!
Abgeschoben
An einem Sonntag Ende Januar habe ich ganz stark verspürt, dass 2016 sein letztes Jahr sein würde. Ich habe zu ihm gesagt: „René, ich glaube, du wirst dieses Jahr sterben“. Aber es kam, Gott sei Dank, ganz anders. Vom 7. bis 13. Februar 2016 fuhr ich mit Mitarbeitern zu einer Konferenz nach Sizilien. In dieser Zeit, am 12. Februar, brachte die Villacher Polizei René nach Tarvis/Italien. Die angedrohte Abschiebung mit einem 5-jährigen Einreiseverbot nach Österreich wurde vollzogen. René ging daraufhin zu Fuß über die Grenze nach Arnoldstein, um von dort schwarz mit dem Zug bis zum Villacher Westbahnhof zu fahren. Dort übernachtete er am Bahnsteig. Sobald ich von der Konferenz zurück war, suchte ich das Gespräch mit René. Aber es war sehr schwer, weil er wieder so betrunken war, dass er kaum reden konnte. Er erzählte mir, dass er sich eher vor einen Zug schmeißen würde, als sich abschieben zu lassen. René ging kurz darauf zu seinen Kumpels an den Hauptbahnhof, mit der Folge, dass er verhaftet und unverzüglich wieder abgeschoben wurde. Ich rechnete damit, dass er sofort wieder auftauchen würde, aber das geschah nicht. Funkstille. Nach zwei Monaten glaubte ich, René sei tot.
Telefon
Mitte Mai 2016 klingelte eines Tages das Telefon im Büro und eine Stimme meldete sich: „Hallo Marjan, hier ist René“. Er erzählte mir, dass er seit Februar trocken sei, regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe gehe und in Tolmezzo/ Italien in einem Betreuten Wohnen untergebracht sei.
Tolmezzo ist ca. 80 Kilometer von Villach entfernt und so haben wir René mittlerweile schon zweimal besucht. Für mich ist das immer noch ein unfassbares Wunder, ein Eingreifen Gottes in sein Leben. Aber auch eine große Ermutigung für unsere Arbeit in Villach. René hat zu mir gesagt: „Ohne die Westbahnhoffnung, ohne euch, wäre ich sicher tot“.

 

Villach

Villach ist die siebtgrößte Stadt Österreichs mit 61.879 Einwohnern (2018) und liegt im Süden des Bundeslandes Kärnten, an der Grenze zu Slowenien und Italien. Sie stellt für den Süden Österreichs sowie den Alpen-Adria-Raum einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt dar. 

Hier kannst du aktiv werden

Der Verein, Westbahnhoffnung, finanziert sich hauptsächlich durch Spenden von Privatpersonen oder von Kirchen/Gemeinden. Einmal im Jahr gibt es eine Subvention vom Land Kärnten (10.000 €) sowie von der Stadt Villach (3.000 €). Momentan werden ungefähr 10.000 € im Monat benötigt, um Personal-, Miet- und Betriebskosten und Sonstiges zu bezahlen. Daher sind wir auf finanzielle Spenden, Sach- und Lebensmittelspenden, sowie auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen.

Mit einer einmaligen oder regelmäßigen Spende kannst auch du helfen, Gottes Reich in Villach zu bauen.

Ich möchte für Westbahnhoffnung spenden!


Vielen Dank!
  ?

?


?
?
?
?
?
Sie werden zu PayPal weitergeleitet und können dort entweder mit Ihrem PayPal-Konto zahlen oder Ihre Bank- bzw. Kreditkarten-Daten eingeben (auf "Ohne PayPal-Konto bezahlen" klicken)
Sie werden zu Sofort/Klarna. weitergeleitet und können dort Ihre Bank-Daten eingeben. Bitte halten Sie Ihre Onlinebanking-Zugangsdaten (inkl. TAN/PIN) bereit.
Der Betrag wird von Ihrem Konto abgebucht.
Wir schicken die Überweisungdaten an die E-Mail-Adresse der angegebenen Gemeinde/Organisation.
Bitte überweisen Sie den Betrag erst, nachdem Sie die Überweisungsdaten per E-Mail erhalten haben.
 (Kto.-Nr. und BLZ konvertieren)
Bitte füllen Sie alle rot markierten Felder aus!