Hintergrund und Vision

Seit dem Jahr 2000 gibt es die Westbahnhoffnung in Villach. Menschen, die in Not sind, sozial am Rande stehen, werden täglich (außer montags) kostenlos mit Essen, Kleidung und Betreuung versorgt. Jährlich kommen rund 10 000 Menschen zum Essen, es wurden ungefähr 14.000 Mahlzeiten ausgegeben. 60% Österreicher sowie 40% Migranten unterschiedlichster Herkunft nehmen derzeit unsere Angebote in Anspruch.

Warum?

Wir glauben, dass das Ringen um soziale Gerechtigkeit ein zentrales Anliegen des Evangeliums ist. Dabei geht es nicht nur darum, Menschen etwas zu Essen oder Kleidung zu geben. Was ein Mensch viel mehr braucht, ist „Würde“. Im tiefen Bewusstsein, dass Gott auch Menschen liebt, die am Rande der Gesellschaft stehen, die nicht nur durch das Raster der leistungsorientierten Gesellschaft fallen, sondern leider auch von manchen christlichen Gemeinden abgelehnt werden, gilt es, Gottes Liebe praktisch weiterzugeben. Alkoholmissbrauch, Drogen, Gewalt und sexueller Missbrauch, gekoppelt mit tiefer Hoffnungslosigkeit und Resignation, kennzeichnen die Menschen, die uns immer wieder aufsuchen.

Hart über dem Limit: René

Erlebnisbericht von Marjan Kac

Ich kenne René seit einigen Jahren. In dieser Zeit wurde ich immer wieder Zeuge seines Alkoholmissbrauches und wie sein Körper zusehens dem Verfall preisgegeben war. Sein Rekord waren 4,2 Promille. Immer wieder hatte er Phasen, in denen er zugänglich war, geweint hat, und realisierte, welchen Weg sein Alkoholmissbrauch ihn führt.
40 Tage Vater-Unser
Eines Tages war es besonders schlimm: Nach 40 Tagen Haftstrafe entlassen, kam er als erstes zu uns, da war er noch nüchtern. Kurz darauf verschwand er und ließ sich „volllaufen“, wie ein Hydrant. Dann stand er wieder vor unserer Tür und weinte. Er sagte zu mir: „Ich habe 40 Tage lang jeden Tag das Vater-Unser gebetet, um vom Alk loszukommen, und jetzt schau mich an.“ Es wurde dann immer schlimmer mit ihm.
Anfang des Jahres war er meistens um 14.00 Uhr schon so betrunken, dass wir fast täglich den Rettungswagen rufen mussten, der ihn dann abholte. In all dem war er gegenüber den Sanitätern noch dermaßen aggressiv, dass ich ihn immer persönlich in den Stuhl vom Krankenwagen heben musste - oder durfte?!
Abgeschoben
An einem Sonntag Ende Januar habe ich ganz stark verspürt, dass dies sein letztes Jahr sein würde. Ich habe zu ihm gesagt: „René, ich glaube, du wirst dieses Jahr sterben“. Aber es kam, Gott sei Dank, ganz anders. Vom 7. bis 13. Februar fuhr ich mit Mitarbeitern zu einer Konferenz nach Sizilien. In dieser Zeit, am 12. Februar, brachte die Villacher Polizei René über die nahe Grenze nach Italien. Die angedrohte Abschiebung mit einem 5-jährigen Einreiseverbot nach Österreich wurde vollzogen. René ging daraufhin zu Fuß über die Grenze, um von dort schwarz mit dem Zug bis zum Villacher Westbahnhof zu fahren. Dort übernachtete er am Bahnsteig. Am 13. Februar in der Früh trafen wir aus Sizilien kommend am Westbahnhof ein.Ich suchte gleich das Gespräch mit René, aber es war sehr schwer, weil er wieder dermaßen betrunken war, dass er kaum reden konnte. Er erzählte mir von seiner Abschiebung und dass er in Österreich bleiben wolle. Eher schmeiße er sich vor den Zug, sagte er. Ich riet ihm, weil ihn ja doch jeder Polizist in Villach kannte, öffentliche Plätze zu meiden, vor allem den Hauptbahnhof, an dem er immer abgehangen hatte. Ich ärgerte mich ein wenig über die Behörden. Warum konnten sie den armen Kerl nicht einfach nur in Frieden sterben lassen, dachte ich mir. Rene ging natürlich am Samstag zu seinen Kumpels an den Hauptbahnhof, mit der Folge, dass er verhaftet und unverzüglich wieder abgeschoben wurde. Ich rechnete damit, dass er sofort wieder auftauchen würde, aber das geschah nicht. Funkstille. Nach 2 Monaten glaubte ich, Rene sei tot.
Telefon
Mitte Mai 2016ging eines Tages das Telefon im Büro und eine Stimme meldete sich: „Hallo Marjan, hier ist Rene“. „Rene? Was für ein Rene?“, fragte ich. „Ja ich, Che Guevara.“ Unglaublich, es war wirklich Rene. Er erzählte mir, dass er seit Februar trocken sei, regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe gehe und in Tolmezzo/ Italien in einem Betreuten Wohnen untergebracht sei.
Tolmezzo ist ca. 80 Kilometer von Villach entfernt und so haben wir René mittlerweile schon zweimal besucht. Für mich ist das immer noch ein unfassbares Wunder, ein Eingreifen Gottes in sein Leben. Aber auch eine große Ermutigung für unsere Arbeit in Villach. René hat zu mir gesagt: „Ohne die Westbahnhoffnung, ohne euch, wäre ich sicher tot“.

 

Villach

Villach ist die siebtgrößte Stadt Österreichs mit rund 62.000 Einwohnern und liegt im Süden des Bundeslandes Kärnten, an der Grenze zu Slowenien und Italien. Sie stellt für den Süden Österreichs sowie den Alpen-Adria-Raum einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt dar. 

Hier kannst du aktiv werden

Der Verein, Westbahnhoffnung, als anerkannte Bahnhofsmission mit einem jährlichen Finanzbedarf von rund 180.000 EUR finanziert sich zu 70% durch Spenden von Privatpersonen, Unternehmen oder von Kirchen/Gemeinden. Der restliche Finanzbedarf wird durch Zuwendungen von der Stadt Villach und anderen öffentlichen Institutionen gedeckt. Der Verein ist auf Lebensmittel- und Kleiderspenden sowie ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen.

Mit einer einmaligen oder regelmäßigen Spende kannst du helfen, Gottes Reich unter den Armen in Villach zu bauen.

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