"Bei mir muss man wohl von einem „Spezial-Fall“ sprechen. Meine zweite Muttersprache ist Ungarisch und ich absolviere gerade mein Einsatzjahr in Ungarn. Für viele, die einen Kurzzeiteinsatz planen, ist es wichtig, weit weg zu sein, in eine andere Kultur zu verschmelzen und Abenteuer zu erleben. Aber selbst ein Land, das wir glauben zu kennen, bietet uns so viel, wenn wir auf einmal darin leben müssen. 

Klar, ich habe den Vorteil der Sprache, aber das war es schon. Ich trete genauso gerne tollpatschig in Fettnäpfchen wie andere, die in einer unbekannten Welt sind. Aber das sollte keinen davon abbringen, auch mal über Europa nachzudenken, in dem Kurzzeitler auch gebraucht werden!

In den ersten Wochen machte ich wackelige - vielleicht nicht ganz fettfreie - erste Schritte wie ein Rehkitz. Schnell lernt man mit. Man nähert sich Aufgaben langsam, zwischendurch sogar mit dem ein oder anderen ersten Sprint. Meine schönsten Momente verbinde ich mit dem lehrreichen Vorbereitungsseminar in Wiedenest, den witzigen Mitarbeitertreffen hier in Ungarn und dem besonders erfolgreichen Kindergarten, den ich einmal wöchentlich besuche, um den Kindern eine halbe Stunde lang Deutsch beizubringen. Es ist handelt sich nur um wenig Zeit, aber die Kinder sind so fleißig und haben so viele Erfolgsmomente, dass ich sehr stolz sein kann. 

Manchmal scheinen einem Aufgaben auch schier unmöglich, wie z. B. Kindergartenkindern in solch kurzer Zeit irgendetwas beizubringen. Aber dass sich die Kinder nun auf Deutsch vorstellen können, bis zehn zählen oder z. B. „Alle meine Entchen" trällern und sämtliches Besteck in deutscher Sprache nennen können, spricht für sich.

Momentan fühle ich mich wie vor der Sprintphase des letzten Stücks eines Marathons: voller Glücksgefühle, Momente, auf die man wehmütig zurück schaut und gleichzeitig auch Gedanken, die einen aufgeben lassen wollen. Mein Rennshirt würde auf der Rückseite bestimmt mit „Europa“ werben wollen, natürlich „Sponsored by God“, wenn ich diesen Gedanken weiterspinne. Ich bin zwar nicht so der Lauftyp, aber Abenteuer Europa ist die beste Entscheidung, die ich bisher getroffen habe. Oft ist es ein Wettrennen mit „Unsicherheit“, „Glauben“, „Einsamkeit“ oder „Geborgenheit“. Aber hat man die erste Hürde einmal genommen, läuft sich alles wie fettfrei geschmiert!"

— Esther, Ungarn

Erfahrungsberichte von Freiwilligen

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Esther in Ungarn

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