Aranjas Geschichte
Um Personen zu schützen, sind Name und Geschichte nicht original. Die Lebensgeschichte von Aranja setzt sich aus mehreren Schicksalen zusammen.
Ich bin die älteste Tochter. Meine Mutter sagte mir von klein auf: „Aranja, du musst dich später mal um uns alle kümmern.“ Wir waren arm. Ich konnte nur kurz zur Schule gehen. Mit 16 hatte ich keine Perspektive mehr – aber meine Familie, die auf mich zählte.
Der Tiefpunkt meines Lebens
„In Pattaya kann man gut Geld verdienen“, hieß es. Also bin ich in die Großstadt gegangen. Schnell landete ich in einer der vielen Bars und verkaufte meinen Körper. Zu Anfang durfte ich zu manchen Männern „Nein“ sagen. Bald jedoch gab es Quoten.
Mein ganzes Geld habe ich nach Hause geschickt. Meine Familie war versorgt. Aber ich habe nur noch funktioniert. Manche Männer waren freundlich. Viele nicht. Oft konnte ich nicht schlafen, nichts mehr fühlen. Trotzdem blieb ich. Es wäre eine zu große Schande, ohne Geld nach Hause zurückzukehren.
Eines Abends kam eine Gruppe Frauen in die Bar. Sie waren …
Vor allem Frauen stranden oft im Rotlichtmilieu und werden von Zuhältern und „Freiern“ ausgebeutet
„Im Center war es anders. Ich habe Jesus kennengelernt. Das hat alles verändert.“
… anders, liebevoll. Sie haben nicht auf uns herabgesehen. Sie haben mit uns geredet, uns zugehört. Und uns zum Tamar Center eingeladen. „Wir bieten kostenlosen Englischunterricht und Berufstraining für Frauen an“, luden sie uns ein. „Du kannst jederzeit zu uns kommen.“ Zuerst habe ich darüber gelacht. Aber sie kamen immer wieder.
Ein Ausweg aus der Bar
Nach einer besonders schlimmen Nacht erinnerte ich mich an sie. „Guck doch mal, wie es dort ist“, dachte ich. Im Center gefiel es mir gut. Es war ruhig, sicher. Niemand verurteilte mich. Ich ging öfter hin. Anfangs zum Englischlernen. Dann fühlte ich mich immer wohler. Irgendwann fragte mich Steffi: „Willst du ganz raus aus der Bar?“ Ich war unsicher, hatte Angst. Aber ich konnte nicht mehr: „Ja, ich komme zu euch.“
Die ersten Wochen im Center waren schwer. Ich hatte oft Albträume. Weggeschobene Erinnerungen kamen hoch und quälten mich. Manchmal wollte ich zurück in die Bar – dort war es schlimm, aber vertraut. Hier war alles so neu, so anders. Allerdings war ich nicht mehr allein, hatte Freundinnen. Im Berufstraining lernte ich zu backen und fand einen Job in der Bäckerei. Endlich verdiente ich meinen Lebensunterhalt, ohne mich zu verkaufen. Ich konnte meiner Familie Geld schicken. Weniger als vorher, doch die Beziehung war jetzt unbelastet und wurde stärker.
Bei Tamar trafen wir uns jeden Tag zu kurzen Andachten. „Nein, das ist nichts für mich“, war ich überzeugt. Dann hörte ich immer wieder: „Aranja, du bist wertvoll. Gott sieht dich, er liebt dich!“ Unfassbar für mich. In vielen Gesprächen mit Steffi kamen meine Erlebnisse hoch. So viel Schmerz, Scham, Angst. Ich weinte oft. Aber ich lernte auch, dass ich heil werden und neu anfangen darf. Steffi und andere Mitarbeiterinnen beteten oft für mich. Eines Tages habe ich auch angefangen zu beten. Ganz leise, unsicher. „Jesus, danke für deine Vergebung. Ich möchte mit dir leben.“
Eine neue Perspektive
Heute arbeite ich in einer Bäckerei. Ich kann wieder lachen, kann schlafen. Ich habe Jesus und bin so dankbar: Jemand ist gekommen und hat mich gesehen. Das hat mein Leben verändert. Jesus hat mir Freiheit geschenkt.
Aranja
Das Herzensanliegen des Wiedenester Missionsteams ist, dass Menschen die Freiheit in Jesus erleben.
Zum Team Weltweite Mission in Wiedenest gehören 15 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (in Voll- oder Teilzeit). Sie begleiten aktuell rund 180 Lang- und Kurzzeitmitarbeiter in über 30 Ländern, die sich in sozialdiakonischen Projekten und Gemeindearbeit einsetzen.
„Ich habe Jesus und bin so dankbar: Jemand ist gekommen und hat mich gesehen. Das hat mein Leben verändert.“
Lieber Leser,
bestimmt hast du beim Lesen gemerkt: Diese Lebensgeschichte spielt nicht in Deutschland. Und doch beginnt sie hier. Steffi und ihr Mann Daniel machten sich vor vielen Jahren nach Pattaya auf und setzen sich mit einem Team für ausgebeutete Frauen wie Aranja ein. Sie ist eine von Tausenden im Rotlichtmilieu – jede wertvoll bei Gott.
Damit jemand wie Aranja gesehen wird, braucht es mehr als Menschen, die sich von Gott senden und einsetzen lassen. Es braucht auch Menschen, die diesen Einsatz durch Gebet und Finanzen begleiten. Und es braucht eine verlässliche Struktur, damit die Missionare sich auf ihren Dienst konzentrieren können.
Unser Missionsteam ist im Hintergrund dieser Auslandsdienste vielseitig aktiv und bietet diese stabile Struktur. Die Mitarbeiter bereiten Missionare und Kurzzeitler auf ihren Einsatz vor. Sie sind Ansprechpartner – persönlich, seelsorgerlich, praktisch. Sie stellen sicher, dass finanzielle Abläufe funktionieren und die Auslandsmitarbeiter gut abgesichert sind. Sie unterstützen in der Durchführung von Projekten. Ihr Herzensanliegen ist, dass Menschen die Freiheit in Jesus erleben. Ohne ihren Dienst gäbe es viele dieser Lebensgeschichten wie die von Aranja nicht. Sie ist nicht die Einzige. Immer wieder geschieht das Wunder: Menschen weltweit werden gesehen und erfahren, dass Gott sie bedingungslos liebt.
Wir laden dich ein: Stell dich mit uns an die Seite der Ausgebeuteten. Mit deiner Spende für unser Missionsteam können viele Lebensgeschichten eine Wendung in die Freiheit nehmen. Vielen herzlichen Dank für dein Eintreten für Menschen, die Jesus noch nicht kennen. Gottes Segen dir und herzliche Grüße
Dein Uli Neuenhausen
PS: Deine Spende für unser Missionsteam bewirkt, dass ausgebeutete Menschen weltweit erfahren: „Jesus führt mich in die Freiheit.“

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